Seit 50 Jahren verschwunden: Wird Hannelore ihren Sohn mit Julias Hilfe endlich finden? | Julia Leischik sucht | SAT.1

In einer emotionalen Wende, die sowohl herzzerreißend als auch inspirierend ist, gelang es einer Mutter, die seit fast fünf Jahrzehnten nach ihrem Sohn sucht, ihn endlich wiederzufinden. Hannelore Jürgens, eine 68-jährige Frau aus Bremerhaven, kämpft seit 1975 um die Rückkehr ihres Sohnes Mirko, der sie unter tragischen Umständen verlassen musste. Ihre Geschichte ist ein bewegendes Zeugnis der ungebrochenen Hoffnung und der Suche nach Familienbande in Zeiten des persönlichen Unglücks.

 

 

Hannelore, die damals gerade 19 Jahre alt war, wurde gezwungen, Mirko zur Adoption freizugeben, nachdem sie wegen Urkundenfälschung zu 16 Monaten Haft verurteilt worden war. Sie hatte versucht, ein ärztliches Attest zu manipulieren, um mehr Zeit mit ihrem Kind zu verbringen. Diese Entscheidung führte sie jedoch auf einen dunklen Weg: Sie verlor das Sorgerecht und damit den Kontakt zu ihrem Sohn, den sie nur bis zu seinem zweiten Lebensjahr kennenlernen durfte. „Mit zwei Jahren habe ich ihn nicht das letzte Mal gesehen. Ich habe das jetzt seit 49 Jahren“, sagte Hannelore mit gebrochenem Herzen.

 

Täglich erhält das Team “Bitte melde dich” zahlreiche Nachrichten von verzweifelten Menschen, doch der Aufruf von Hannelore war besonders eindringlich. Tränenüberströmt spricht sie über ihre Sehnsucht, die Fragen, die ihr keine Ruhe lassen: „Wie geht es ihm? Hat er gute Pflegeeltern gehabt? Was ist aus ihm geworden?“ Hannelores jüngerer Sohn, Silvio, unterstützt seine Mutter in ihrem Herzenswunsch, Mirko zu finden. „Um endlich Ruhe in mein Leben zu bekommen“, so Hannelore weiter, ist es ihr größter Wunsch, ihren Sohn wiederzusehen.

 

Die Suche nahm Fahrt auf, als Lukas, ein Mitglied von Hannelores Unterstützungsteam, nach Oberlungwitz reiste, dem Ort, wo Hannelore und Mirko einst lebten. Er besuchte das lokale Standesamt, konnte jedoch zunächst keine Informationen zu Mirko finden. „Wir haben wirklich alles versucht, und es ist frustrierend, so nah, aber doch so fern zu sein.“ Das Team gab jedoch nicht auf. Nach mehreren Rückschlägen wurde das Stadtarchiv in Köln kontaktiert, was schließlich eine eröffnende Spur bringen sollte.

 

„Ich habe ein Dokument erhalten, das besagt, dass Mirko vor der Adoption bei einer Familie Röhöner lebte“, teilte Lukas aufgeregt mit. Diese Information eröffnete neue Möglichkeiten, und so machte sich Lukas auf den Weg nach Halle an der Saale, um herauszufinden, ob Mirko dort lebte. Tatsächlich gelang es ihm, Mirko Röhöner, geboren am 3. Dezember 1973 in Lichtenstein, ausfindig zu machen. Der Moment, als Lukas Mirko vor seiner Tür antraf, war magisch: „Das ist alles sehr überraschend für Sie, aber ich bin hier, weil Ihre Mutter nach Ihnen sucht.“

 

Was folgte, war ein tief bewegendes Gespräch, in dem Mirko erfuhr, dass Hannelore sich nicht freiwillig von ihm getrennt hatte. Sie hatte alles versucht, ihn zurückzubekommen, und hatte ihn niemals vergessen. „Mir sind ja gewisse Dinge erzählt worden, was meine Mutter anbelangt“, sagte Mirko und fügte an, dass er immer das Gefühl hatte, einen Teil seiner Identität zu vermissen. „Ich wollte wissen, woher ich komme.“

 

Nach den emotionalen Enthüllungen war es endlich so weit: Hannelore und Mirko würden sich nach 45 Jahren Trennung wieder gegenüberstehen. „Ich kann es kaum erwarten, ihn in die Arme zu schließen“, rief Hannelore voller Vorfreude. Der Augenblick, auf den sie ihr ganzes Leben gewartet hatte, war zum Greifen nah. Mit jedem Schritt, den Hannelore zur Tür machte, stieg ihre Nervosität und gleichzeitig die Vorfreude. „Endlich habe ich dich wieder“, flüsterte sie, als sie Mirko zum ersten Mal wieder sah. Tränen der Freude flossen, während die beiden sich umarmten und die verlorene Zeit kurzzeitig in den Hintergrund rückte.

 

„Ich wollte das alles so gerne mit dir teilen“, sagte Hannelore, während sie Mirko festhielt. Auch Silvio, der bis heute keinen Kontakt zu seinem großen Bruder hatte, schloss ihn in seine Arme: „Ich kenne dich zwar nicht, aber ich freue mich sehr, dass du endlich hier bist.“ Dieser Moment, in dem Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen, ist nicht nur für Hannelore und Mirko entscheidend, sondern auch für die Zukunft ihrer Familie.

 

Inmitten einer Welt voller Herausforderungen und Rückschläge zeigt diese Geschichte von bedingungsloser Liebe und Hoffnung, dass es nie zu spät ist, die verlorenen Bande neu zu knüpfen. Hannelores Geschichte wird nicht nur die Menschen berühren, die sie bereits verfolgt haben, sondern auch viele andere, die an die Kraft von Familie und den unzerstörbaren Wunsch nach Zugehörigkeit glauben.

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